(c) Boeing UK

Auf Boeing rumhacken

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Es ist nicht schön, wenn jemand am Boden liegt, da mental auch noch draufzutreten. Im Falle Boeing habe zumindest ich schon Jahre vor den großen Vorfällen auf mehreren Luftfahrtveranstaltungen (Oshkosh mehrfach, IAF Kongress Bremen…) bei Verantwortlichen auf gravierende Qualitätsmängel im Konzern hingewiesen. Wer nicht hören will…

Zudem ist der Beitrag, ein Kommentar von Aviatrexx1 auf einer amerikanischen Luftfahrtplattform zum Weglachen:

Meanwhile, I can’t wait to see the Saturday Night Live skit about an airline offering a new option for air travelers:

“Tired of squinting through a tiny airline window to watch the incredible scenery of our great country slide by? Want a panoramic view, and to feel the wind in your hair like riding in your grandfather’s convertible? Book your next flight on MethuselAir, where at any point your window might open and you will get a once-in-a-lifetime flying experience! (Only available in certain seats on a limited number of flights.) Book NOW!”

In der Zwischenzeit kann ich es kaum erwarten, den SNL-Sketch über eine Fluggesellschaft zu sehen, die eine neue Option für Flugreisende anbietet:

„Haben Sie es satt, durch ein winziges Flugzeugfenster zu schielen, um die unglaubliche Landschaft unseres großartigen Landes vorbeiziehen zu sehen? Möchten Sie einen Panoramablick und den Wind in Ihren Haaren spüren, als würden Sie im Cabrio Ihres Großvaters fahren? Dann buchen Sie Ihren nächsten Flug mit MethuselAir, wo sich Ihr Fenster jederzeit öffnen kann und Sie ein einmaliges Flugerlebnis haben werden! (Nur auf bestimmten Plätzen und auf einer begrenzten Anzahl von Flügen verfügbar.) Buchen Sie JETZT!“

  1. Das Pseudonym hielt ich ursprünglich für eine Webversion von Aviatrix, der weiblichen Form von Aviator. Eine kleine Recherche ergab jedoch, dass sich dahinter ein männlicher, sagen wir, langjährig erfahrener Pilot verbirgt. Die im Netz zur Luftfahrt vorhandenen Kommentare allerdings sind durchwegs recht gut. ↩︎

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2 responses to “Auf Boeing rumhacken”

  1. Heinz K

    Naja, es ist ja kein Herumhacken auf einem armen, unschuldigen Opfer.
    Wir reden hier über eine Firma, die Anfang der 60er eines der großartigsten Passagierflugzeuge der Welt konstruiert hat. Nur mit Zeichenbrett und Rechenschieber, Intuition, Erfahrung, Können und Sorgfalt der Ingenieure und Handwerker, denn Taschenrechner, geschweige denn Computer oder CNC Maschinen, gab es noch nicht. Die 747 ist ja heute noch, 60 Jahre später, eine wunderbare Maschine.

    Dieselbe Firma ist heute nicht einmal mehr in der Lage, ein vieltausendfach gebautes Brot-und-Butter-Flugzeug einfach nur handwerklich sauber weiter zu produzieren. Und Coladosen in Hohlräumen oder lockere Schrauben haben ja nichts mit Digitalisierung, Kostenerspranis oder anderen der üblichen Verdächtigen zu tun. Installation einer Software, die ohne Wissen des Piloten in elementare Flugparameter eingreift, ist nach jeglicher Definition völlig inakzeptabel. All das ist einfach eine Frage von Mentalit, Arbeitsauffassung und Firmenkultur. Die heutige ist über viele Jahre in die heutige Form degeneriert und es würde mindestens genauso lange dauern, diesen Schaden wieder zu beheben. Wenn denn in der Führungsebene die Einsicht vorhanden wäre, daß er behoben werden muß. Ist sie nicht.

    Einen Zusammenhang des Boeing Zustandes im Besonderen zum aktuellen Zustand der Gesellschaft in den USA im Allgemeinen könnte man ziehen, wenn Politik in diesem Blog nicht unerwünscht wäre (und das ist gut so).

    1. 🙂 D’accord!
      Meine Hochachtung vor der ehemaligen Ingenieursleistung dieses Unternehmens war genau der Grund, warum ich mich mehrmals für eine Qualitätsverbesserung eingesetzt habe. Aber irgendwann langt es, wenn man immer nur als Überbringer schlechter Nachrichten, als niedliches Blondchen, das man am besten mit „jaja“ beschwichtigt und nichts weiter tut, abgekanzelt wird. Es lohnt sich einfach nicht.
      Meine Energie kann ich besser in andere, erfolgversprechendere Sachen einsetzen. Und das tue ich.

      Und:
      Wie du sehr richtig feststellst – Politik bleibt unerwünscht auf flugundzeit.
      Wir haben alle unsere Meinung, unsere Werte und das ist gut so. 🙂 Aber das ist hier off topic.

Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.