Greta Thunberg machte es vor: Mit genügend Beziehungen und Aufwand muss man nicht unbedingt einen Linienflug nutzen, um den Atlantik zu überqueren. Die noch umweltfreundlichere Alternative zu einem Katamaran wäre ein Stratosphärenballon.
Am 22. Juni 2024 startete ein riesiger Stratosphärenballon in eine Höhe von 40 Kilometern – etwa viermal so hoch wie Linienflugzeuge fliegen. Allerdings beförderte er in dieser Höhe keine Menschen sondern Messgeräte.
Dafür fliegt das Messgerät GLORIA-Lite des European Space and Sounding Rocket Range (ESRANGE) von Nordschweden bis nach Kanada, über den Nordatlantik und Grönland hinweg. GLORIA-Lite wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt, in enger Zusammenarbeit mit zwei Instituten des Forschungszentrums Jülich.
Der Start durch das Ballonteam des Centre National d’Études Spatiales (CNES) in Schweden lief erfolgreich: Wie geplant erreichte der Ballon seine maximale Flughöhe in der Stratosphäre (zweite Schicht der Atmosphäre) und seine volle Größe mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern – der Länge eines Fußballfeldes.
GLORIA-Lite ist modernen Infrarotsensoren und maßgeschneiderter Elektronik bestückt. Das zentrale Element ist ein abbildendes Fourier-Transformations-Spektrometer, mit dem das Infrarotlicht, das von über 20 unterschiedlichen Molekülen und Aerosolen in der Atmosphäre abgestrahlt wird, analysiert und die Konzentration der Spurengase berechnet wird.
Mit diesen Daten können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die unterschiedlichen dynamischen und chemischen Prozesse in der oberen Atmosphäre besser verstehen und sie in atmosphärischen Rechenmodellen nachbilden.
Weitere Wetterballons gestartet
Neben dem Messflug mit GLORIA-Lite wurde am 27. Juni ein weiterer großer Heliumballon im Rahmen des Atmosfer-Projekts gestartet. Dieser Messflug konzentriert sich auf Messungen über Nordskandinavien. Mit an Bord war das Balloninstrument NIXE zur Vermessung von Eiswolken.
Mit NIXE wurden sowohl hochaufgelöste Bilder von Eiskristallen in Wolken aufgenommen als auch die Aerosolkonzentration in unterschiedlichen Größenbereichen bestimmt.
© Eingangsfoto Copyrights: Michael Höpfner (KIT)


