Landen auf dem Feuerspucker

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Paul Guschlbauer hat ein Faible für außergewöhnliche Orte und außergewöhnliche sportliche Leistungen. Sein neuerster Coup: Mit dem Gleitschirm auf einem aktiven Vulkan zu landen. Das ist nicht jedermanns/fraus Sache.
Ach ja, der Vulkan befindet sich in Alaska und ist 1252 Meter hoch…

Guschlbauers Ziel, der Augustine Volcano, liegt 284 Kilometer von Anchorage entfernt, auf einer unbewohnten Insel vor der Südküste Alaskas im Cook Inlet. Die Insel ist Teil des Aleuten-Vulkanbogens, einer Vulkankette, die durch die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Nordamerikanische Platte entstanden ist.

Ein wütender Vulkan

Der Augustine Volcano besteht aus vielen Schichten gehärteter Lava, Tephra, Bimsstein und Vulkanasche und ist für seine explosiven Ausbrüche bekannt, bei denen Glutlawinen, Aschewolken und Lavadome entstehen.

Überwacht wird der Feuerspucker vom Alaska Volcano Observatory (AVO) mit Informationen von Seismographen, aus Satellitenbildern und anderen geophysikalischen Instrumenten. Kontinuierlich gucken die Wissenschaftler auf Anzeichen von Aktivität und sie geben Frühwarnungen ab, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Im Laufe der Jahre hat der Augustine-Vulkan seine Unbeständigkeit mit bedeutenden Ausbrüchen in den Jahren 1883, 1935, 1963-64, 1976, 1986 und zuletzt 2006 bewiesen, die jeweils zu seinem Ruf als einer der aktivsten Vulkane Alaskas beigetragen haben.

Don’t try this „at home“ 🙂

Die Reise erforderte mehrere Jahre akribischer Planung und ein tiefes Verständnis für das Fliegen und Gleitschirmfliegen unter schwierigen Bedingungen. Mit der Unterstützung von Ken, einem Mentor, der ihm das Fliegen in Alaska beigebracht hatte, und Kens Sohn Thomas gewann Guschlbauer entscheidende Erkenntnisse über das Gelände und die Wetterdynamik in Alaska. Trotz des abgelegenen Standorts und der unsicheren Windverhältnisse konnte er dank seines Fachwissens den perfekten Moment abwarten, um aufsteigende warme Luftströme zu erwischen, die für den Höhengewinn und den Verbleib in der Luft während des Flugs unerlässlich sind.

„Mein Plan war es, mit dem Flugzeug so hoch wie möglich zu fliegen und dann den Berg zu bezwingen und herunterzufliegen“, erklärt Guschlbauer.

Nach der Landung auf einem geeigneten Platz und einem weiteren Aufstieg von 100 Metern erlaubten ihm die wechselnden thermischen Bedingungen einen Gleitschirmflug vom Gipfel.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich auf dem Gipfel landen könnte, aber die Gelegenheit war da, und ich war bereit. Es war einfach spektakulär!“
Paul Guschlbauer

Das Unternehmen bot erhebliche technische Herausforderungen, einschließlich der Suche nach einer sicheren Landezone auf der zerklüfteten Vulkaninsel. Guschlbauer und sein Team nutzten Tools wie Google Earth für erste Erkundungsflüge und führten Erkundungsflüge durch, um ihren Anflug festzulegen. Die unvorhersehbaren Windverhältnisse rund um den Vulkan erforderten ein präzises Timing, um sichere und effektive Gleitschirmflüge zu gewährleisten.


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.