
Eine auf der IAA Konferenz vorgeschlagene Lösung für die (sorry) Deppen, die beim Autofahren ihre Hände nicht vom Handy lassen können, wäre, die Welt, in der wir leben, „ins Auto zu integrieren“. So soll das künftige E-Auto, selbst oder zumindest nur überwacht fahren und ein duftendes, haptisches und akustisches Erlebnis für die Insassen bieten. Der Transport wird zur Nebensache.

Lidar (light detection and ranging) nennt sich die Technologie der drehenden Knubbel am Autodach. Lidar sendet ähnlich wie Radar, das mit Radiowellen arbeitet, Laserstrahlen aus und misst so optisch Abstände und Geschwindigkeiten. Durch die Reflexion des ausgesandten Lichts am Objekt bis zum Auftreffen des Lichts am Empfänger lässt sich über die Laufzeit die Position des Objektes bestimmen. Der Laserscanner liefert hohe Präzision, Auflösung und Geschwindigkeit und ergänzt so die Radar-Sensoren.

Das ist die eine Version für das künftige selbstfahrende Auto. Es gibt (auf der IAA) auch Zulieferfirmen, die meinen, man kommt künftig ohne weiteres auch ohne die Knubbel am Dach aus.
Würde den Widerstand reduzieren und sähe zudem besser aus.
Sicher muss die Erkennung und Zuordnung des Objektes trotzdem sein.

Viele auf der IAA ausgestellten E-Autos waren nur Concept Cars: also die Umsetzung von Ideen in einem vorgestellten Prototyp. Einige Hersteller boten auch Probefahrten mit ihren komplett oder teilweise elektrisch angetriebenen Autos an; der Tesla Stand blieb leider leer.
Was dazu herumfuhr, waren kleine Busse, die aussahen wie eine Weiterentwicklung von automatisierten Transportmobilen für Fracht oder Gegenstände auf einem Werksgelände.

E-Bus nur am Stand 
Dieser fuhr auch Personen auf der IAA
Der legale Regelbruch?
Ein Auto zu steuern, das erfordert sowohl für den Menschen als auch den Computer, kontinuierlich Entscheidungen zu treffen. Gas geben, mehr oder weniger lenken, wann beginnen zu bremsen… Die Aktion ergibt sich aus der Verkehrssituation, dem Umfeld und den vorhandenen Regeln.
Mit den Regeln kommen auch Menschen nicht immer klar oder sie umgehen sie, etwa bei Geschwindigkeitsbegrenzungen oder mehrfach (unsinnigen übriggebliebenen) Markierungen an Baustellen.
Das sogenannte Traffic Dilemma in der KI tritt dann ein, wenn der Automat eine – aus menschlicher Sicht – moralische Entscheidung treffen muss. Stehen bleiben ist dann nicht immer eine sinnvolle, sichere Option, etwa auf der linken Überholspur auf der Autobahn. Oder wenn ein Auto (verkehrswidrig) in der Innenstadt in zweiter Spur und damit auf der eigenen einzigen Fahrspur parkt und ein durchgezogener Strich verhindert, dass man legal auf die andere Fahrtrichtung ausweicht. Ein Mensch würde die durchgezogene Linie überfahren, wenn kein Gegenverkehr kommt.
Darf die KI Regeln also auch durchbrechen und wenn, dann wann und welche?
So ganz einfach ist es also sicher nicht, das selbstfahrende Auto, Level 5, zu entwickeln…

Ob die Proteste, die es in diesem Jahr vor und auf der IAA von fanatischen Radfahrern gab, berechtigt und sinnvoll waren oder nicht, ist nicht Thema hier auf flugundzeit. Jedenfalls trafen sie auch alle, die sich mit der Zukunft und ihrer Technologie befassen und nach Lösungen suchen. Oder in der Ästhetik der Vergangenheit schwelgen:



Oder wie wär’s mit dem? 
Garantiert abgasfrei… 🙂
Die IAA 2019 ist vorbei. Sie war schon nur mehr ein Schatten der früheren Protz- und Imponierschau.
Trotzdem: Wer sich ernsthaft mit der Zukunft der Mobilität befasst und nicht nur protestiert und Eigentum anderer beschädigt, der hätte hier mehr als nur Gelegenheit gehabt, mit zu diskutieren und nach Lösungen für die Zukunft zu suchen.
Es gab zwei durchaus besuchenswerte mehrtägige Konferenzen, eine von der IAA und eine, leider gleichzeitige von der SXSW in Kooperation mit Mercedes-Benz („a festival uniting artists, scientists, and tech visionaries obsessed with the future„). Beide befassten sich mit der Zukunft, mit Technologien und der Gesellschaft. Der Fokus der ersten lag mehr auf den technischen Möglichkeiten, die me-Convention regt generell zum Weiterdenken an.


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