SpaceX Falcon 9 Rakete Fehlstart

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Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Die SpaceX Falcon 9 Rakete erleidet zum ersten Mal seit 2016 eine Fehlfunktion.

Der Zwischenfall ereignete sich während des Starts der SpaceX-Internetsatelliten Starlink von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Die Falcon 9 funktionierte zunächst wie erwartet: Die beiden Stufen trennten sich ab und die erste Stufe landete etwa acht Minuten nach dem Start wie geplant auf einem Schiff in Pazifik.

In der Oberstufe der Rakete, die 20 Starlink-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen sollte, trat jedoch ein Problem auf – ein Leck mit flüssigem Sauerstoff, das schwerwiegende Auswirkungen auf die Mission hatte.

Die obere zweite Stufe der Rakete konnte ihr Triebwerk nicht wie geplant zünden und wurde zerstört, bestätigte SpaceX-Chef Elon Musk. In seinen Worten: Die Oberstufe erfuhr eine “R.U.D.” — eine rapid unscheduled disassembly. Sie zerlegte sich.

Zwar gelang es, die Starlinks auszusetzen, aber sie befanden sich nur in einer niedrigen elliptischen Umlaufbahn von 135 Kilometern im Erdnahem Tiefpunkt (Perigäum). Das ist weniger als die Hälfte der erwarteten Perigäumshöhe.

Nach einem geplanten erneuten Zünden des Oberstufentriebwerks, um das Perigäum – oder den tiefsten Punkt der Umlaufbahn – anzuheben, trat beim Merlin-Vakuum-Triebwerk eine Anomalie auf und es war nicht in der Lage, seine zweite Zündung zu beenden, so SpaceX.

In dieser Höhe werden die Satelliten bei wiederholten Passagen durch die extreme obere Atmosphäre nach unten gezogen. Selbst bei voller Leistung wird der Schub der Ionen-Triebwerke an Bord wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Satelliten erfolgreich anzuheben, so das Unternehmen.

Daher werden die Satelliten wieder in die Erdatmosphäre eintreten und vollständig verglühen. Sie stellen keine Gefahr für andere Satelliten in der Umlaufbahn oder für die öffentliche Sicherheit dar. [SpaceX]

Die Falcon 9 hat seit ihrem ersten Ausfall im Jahr 2016, als sie auf der Startrampe explodierte, über 300 erfolgreiche Starts absolviert.

Falcon 9 Raketen bleiben nun am Boden, bis die Federal Aviation Administration mit der Untersuchung des Vorfalls durch SpaceX zufrieden ist.


©beide Fotos: SpaceX


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Einsatzorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.