482 Millionen Passagiere mit Flugproblemen

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Im Jahr 2024 waren bislang insgesamt 482 Millionen Passagiere weltweit von Flugproblemen betroffenen – 14,2 Millionen davon in Deutschland. Die Bundesrepublik gehört dabei mit einer Verspätungsquote von 30,82 Prozent zu den traurigen Spitzenreitern der Untersuchung. Zu diesem Ergebnis kommt das Travel-Tech-Unternehmen AirHelp. Für die Analyse wurden die Verspätungen und Flugausfälle an europäischen Flughäfen sowie die Pünktlichkeit der Flüge an weltweiten Flughäfen in den ersten sechs Monaten von 2024 analysiert.

Wo ist es am schlimmsten?

Besonders in Indien mussten Fluggäste in diesem Jahr starke Nerven beweisen: 34,85 Prozent (25,7 Millionen Passagiere) aller Fluggäste waren hier von Flugproblemen betroffen – damit landet Indien auf Platz eins der Untersuchung. Auch auf Platz zwei des Negativrankings reiht sich ein nicht-europäisches Land ein: In Kanada konnten 33,01 Prozent der Passagiere (11,7 Millionen Fluggäste) ihre Reise nicht wie geplant antreten. Mit einer Quote von 30,97 Prozent (533.700 Fluggäste) komplettiert Serbien als erstes europäisches Land die Top 3 der unpünktlichsten Länder der Welt. Auf Platz vier und fünf folgen mit 30,88 Prozent (503.400 Fluggäste) Prozent bzw.  30,87 Prozent  (4,5 Millionen Passagiere) Jamaika und Portugal. Urlauber:innen in Deutschland ging es ähnlich: Mit 30,82 Prozent (14,2 Millionen Fluggäste) belegt Deutschland den sechsten Platz des Rankings. Damit hat sich die Bundesrepublik im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023, wo der Anteil noch bei 30,76 Prozent lag, leicht verschlechtert.

Pünktlich: Südafrika und El Salvador

Urlauber:innen in Südafrika sind mit Abstand am pünktlichsten abgeflogen: Hier waren 13,14 Prozent (955.000 Fluggäste) aller Passagiere verspätet oder konnten ihr Reise nicht antreten. El Salvador und Panama nehmen mit 15,75 Prozent (216.200 Fluggäste) bzw. 16,98 Prozent (828.500 Fluggäste) den zweiten und dritten Platz der pünktlichsten Länder ein. Auch Island und Litauen schneiden im globalen Vergleich verhältnismäßig gut ab: In Island waren 17,35 Prozent der Urlauber:innen mit Flugunterbrechungen konfrontiert, in Litauen 18,23 Prozent – damit reihen sich die beiden Länder auf den Plätzen vier und fünf ein.

Wer zahlt?

Weltweit steht mehr als 86,9 Millionen Menschen (18,03 Prozent aller verspäteten Passagiere) eine Entschädigungszahlung zu. Das bedeutet, dass diese Fluggäste von Verspätungen von mehr als drei Stunden oder Flugausfällen betroffen waren, die von den Airlines selbst verschuldet wurden. Drei Länder im Mittleren Osten führen hier das Negativranking an: In Jordanien und im Libanon haben 45,81 Prozent (174.100 Passagiere) bzw. 45,41 Prozent der verspäteten Passagiere (99.200 Passagiere) Anspruch auf Entschädigung, im Bahrain 39,18 Prozent (146.200 Passagiere). In El Salvador und Südafrika sind die Flüge zwar insgesamt am pünktlichsten gestartet, dafür haben die Fluggesellschaften in den beiden Ländern rund ein Drittel der Verspätungen und Ausfälle selbst verschuldet: So landen El Salvador mit 31,23 Prozent (54.000 Passagiere) und Südafrika mit 27,56 Prozent (210.600 Passagiere) auf dem vierten und fünften Platz. Deutschland befindet sich auf Platz 30 mit 8,93 Prozent – hierzulande haben 1,1 Millionen Reisende Anspruch auf Entschädigung.

In Jamaika und Indien wiederum, wo es zu vergleichsweise vielen Flugstörungen kam, haben die Airlines die wenigsten Probleme selbst verursacht: Während in Jamaika nur 1,65 Prozent aller verspäteten Passagiere einen Anspruch auf Entschädigungszahlungen haben, so sind es in Indien 3,66 Prozent (7.600 bzw. 805.700 Passagiere). Auf dem dritten Platz der Länder mit den wenigsten entschädigungsberechtigten Fluggästen liegt Panama mit 5,04 Prozent (33.300 Passagiere), dicht gefolgt von Portugal mit 5,48 Prozent (236.000 Passagiere) und Malta mit 6,1 Prozent (23.600 Passagiere).


[Alle Angaben von AirHelp.]

©Foto: FlugundZeit


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.