
Die Werbung für dieses Buch ist weithin sichtbar. Denn rechtzeitig zur Buchmesse gibt es auch wieder einen neuen Asterix: Die neue Iris. Darin propagiert Weltverbesserer Visusversus das Positive Denken. Die Leere auf der Agora (abgebildete Freifläche zwischen den Hallen) stammt vom Fotografierzeitpunkt: halb 9 vor der Eröffnung am ersten Messetag. © alle Bilder: Flugundzeit
Jede Buchmesse ist anders. Nicht nur für jeden Besucher, weil die Auswahl an dem, was man sich ansehen, anhören oder an dem man teilnehmen kann, so groß ist, sondern auch an sich. Diese hier war geprägt von Künstlicher Intelligenz (KI). Wie auch sonst im öffentlichen (nicht politischen) Leben zurzeit geht es nicht mehr ohne KI. Auch wenn viele erstaunlich wenig Ahnung haben, was dahinter steckt. Über die Auswirkungen auf den eigenen Beruf lässt es sich trotzdem trefflich diskutieren. Wir schaffen Aufklärung im zweiten Teil des Buchmesseberichts (ab 24.10. veröffentlicht).




Gastland dieses Jahr war Slowenien. Die Ausstellung dazu überm ARD/ZDF-Forum sah nicht wirklich anufregend aus. Bücher in Regalen und Styropor-Sitzgelegenheiten – da ginge mehr, um die Autoren zu würdigen.
Resignation im Geschäftsbereich
Im Bild oben die Politikerin Claudia Roth im Gespräch unter anderem mit Jürgen Boos (rechts). Boos ist seit 2005 Direktor der Frankfurter Buchmesse (BM) und auf jeder BM präsent. Ihm ist zu verdanken, dass die BM – Gegensatz zur IAA, die sich partout nicht verändert und angepasst hat – noch immer in Frankfurt stattfindet. Er erkannte Trends und erweiterte die Ausstellung von Büchern zur Thematik des Geschichtenerzählens in Film und Games und bindet so viele unterschiedliche Interessengruppen mit ein. Ebooks, die er anfangs gegen den Widerstand der Verlage mit einbezog, Selbstverleger-Autoren, Illustratoren und die gesuchte weltweite Internationalität sind weitere Themenbereiche der Frankfurter Buchmesse die Besucherströme anziehen.
So ist es schade, zu sehen, wie Boos zunehmend resigniert. Seine Stimme ist so leise, dass sie im Interview laut geschaltet werden muss und sie wirkt stets jammernd und anklagend. Er versuchte immer, die Meinungsfreiheit bei der Buchmesse über alles zu stellen, aber die zunehmenden Kriegshandlungen weltweit machen mittlerweile schwer bewaffnete Polizisten patrouillierend auch in den Hallen nötig.
Bunt statt weiß






Ein weiterer Trend bei dieser Buchmesse ist der farbige Buchschnitt. Endlich erkennen die Verlage, dass sie gegen „Online“-Lesen einen Mehrwert bieten müssen. Besonders die junge Lesezielguppe fliegt darauf. Hochwertiges Papier, das nicht (wegen des Säuregehalts) stinkt und nicht vergilbt in wenigen Jahren, wäre der nächste Schritt.



Passend zum kommenden Halloween gibt es natürlich auch Monster auf der Buchmesse. Manche allerdings sind nicht gruselig, sondern einfach nur süß. Die ziemlich abgewrackte hinreißende Maus rechts war schon am ersten Tag verkauft.
Informationen zum Lauschen und Sehen
Veranstaltungen sind seit vielen Jahren auch ein guter Grund, die BM zu besuchen. Wie erwähnt: Diesmal musste im Titel und auch im Inhalt das Wort KI oder die englische Bezeichnung AI vorkommen. Ausnahme: Waldbeschützer Peter Wohlleben, unten rechts im Bild, bei dem sich auch ohne KI die Besuchermassen drängelten.




Oben: Die Veranstaltungsbühne von ARD und ZDF.
Die Illustration




Illustration gehört zu Büchern wie der Text. Die Optik macht in vielen Fällen, dass ein Buch erst gekauft und dann geliebt gelesen wird. Die Schlange der möglicherweise zukünftigen BuchillustratorInnen ist bei den jeweiligen Terminen und den einzelnen Verlagen stets lang. Schon länger ist die übergroße schwarze Mappe mit den eigenen Zeichnungen meist durch ein Tablet mit den Dateien der Illustrationen ersetzt.
So ist ein weiterer Trend bei Lehre und Informationsverbreitung das Wissen, dass digital spielerisch mehr möglich ist als mit Papierbüchern. Lernen mit Spaß und Spiel. Der asiatische Raum dominiert hier. Noch. Oben: Das Bild der Schildkröte bleibt sicher länger und leichter im Gedächtnis des Kindes, wenn es das Bild erst als Puzzle nach Vorlage zusammensetzen muss.
Digital auf der Buchmesse
Die chinesische App TikTok ist mit dem Hashtag #BookTok für Bücherfreunde kein Geheimtipp mehr. Schon vor der Messe gab es in den (online) Masterclasses drei Vorträge zum Thema. Und auf der BM einen Stand, bei dem das reale Leben mit der App verknüpft wurde: Dreh die Karte um und Du findest drei Buchvorschläge zu Deinem Interesse.





Interaktive Lernspielzeuge für Kinder (links). Rechts: Schwere, dicke Kataloge gehören der Vergangenheit an. it QR-Code kann man in Ruhe auch später noch die Informationen nachschlagen. Ohne kiloweise Kataloge zu schleppen.
Mechanische Holzmodelle, deren Zahnräder sich bewegen, hatten wir schon vor einigen Jahren in Zusammenhang mit der Buchmesse vorgestellt. Auch hier macht die Weiterentwicklung nicht halt. Mittlerweile spielen die Modelle Musik, sind beleuchtet und haben als Haus ein richtiges Innenleben. Für Technik-Enthusiasten vielleicht ein passendes Weihnachtsgeschenk. Ach ja, sollte man noch erwähnen, das sind 3d-Puzzles, die man vor der Funktion selber zusammenbaut…





