Am 12. März 2019 veröffentlichte Boeing folgendes Statement bezüglich MCAS, folgend den Erkenntnissen aus dem Absturz von Lion Air Flight 610 und dem Absturz von Ethiopian Flug 302:
In den letzten Monaten und nach dem Flug von Lion Air Flight 610 entwickelte Boeing eine verbesserte Flugsteuerungssoftware für die 737 MAX, die ein bereits sicheres Flugzeug noch sicherer machen soll. Zu diesen Massnahmen zählen die Aktualisierung des MCAS Systems. Updates zu den Anzeigen für die Piloten, für das Flugbetriebshandbuch, und Schulung der Crews.
Dieses verbesserte MCAS bezieht weitere Eingaben für den Angle of Attack (AOA) mit ein und begrenzt die Trimmeingriffe des MCAS bei falschen Angaben des AOA Sensors. Es limitiert generell, wie weit MCAS nach vorne trimmen kann, sodass die Höhenrudersteuerung stets gegeben ist.
Die FAA fordert in einer Airworthiness Directive (AD), dass diese Software-Erweiterung spätestens im April umgesetzt ist. Bei der Entwicklung dieser Softwareerweiterung hat Boeing mit der FAA zusammengearbeitet.
Man möge zur Kenntnis nehmen, dass die FAA darüberhinaus derzeit keine weiteren Maßnahmen verlangt, die Forderungen in AD2018-23.5 [fuz: nach dem Lion Air Crash] sind weiterhin gültig.*
Bei der 737 MAX ist ein Pitch-Augmentation-Control-Law (MCAS) implementiert, um das Handling des Flugzeugs zu verbessern und die Neigung zum Pitch up (Nase hoch) bei hohen Anstellwinkeln zu verringern. Das wurde im Rahmen des Zertifizierungsprozesses vor der Zulassung des Flugzeugs in Flugtests überprüft. MCAS kontrolliert das Flugzeug im Normalflug nicht; es verbessert das Verhalten des Flugzeugs in einem Bereich außerhalb des normalen Betriebsbereichs.
Das Boeing 737 MAX Flight Crew Operations Manual (FCOM) beschreibt bereits ein bestehendes Verfahren, um den unwahrscheinlichen Fall von fehlerhaften Daten eines AOA-Sensors sicher zu handhaben. Der Pilot kann MCAS immer durch elektrisches Trimmen oder manuelles Trimmen übersteuern.
Darüber hinaus kann MCAS wie bisher durch die bestehende Runaway Stabilizer Prozedur (ein Verfahren) außer Kraft gesetzt werden, wie dies im Operations Manual Bulletin (OMB) vom 6. November 2018 beschrieben ist.
Neben einigen Fluglinien, die ihre 737 Max Flotte als Folge des zweiten Absturzes grounden, gibt es nun auch einige Länder (Singapore, Malaysia, Australien, China, I, NL, GB, F…), die ihren Luftraum, Start und Landung für diesen Flugzeugtyp sperren. Deutschland reiht sich mit ein – Bundesminister (BMVI) @AndiScheuer heute auf twitter: „Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird.“ Am Abend sperrt die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA den gesamten Luftraum über Europa für Boeing 737 Max. Der Kurs der Boeing Aktie verlor rund 12 Prozent.
Flugundzeit:
*das ist Teil des Boeing Statements, also ein Zitat von Boeing. In der Realität macht die FAA derzeit durchaus Druck auf die Fluglinien, die 737 Max in ihrer Flotte haben.
Das gesamte Boeing Statement scheint im Original leider von Nichtfliegern stark überarbeitet worden zu sein, vermutlich aus rechtlichen Vorsichtsmaßnahmen. Leider beeinträchtigt dies die fachliche Ausdrucksweise und Verständlichkeit für Fachleute.
Es gelten zur Beurteilung und Einschätzung des Boeing Statements und auch aller sonstigen Äußerungen von Flugexperten (Ha!), Luftfahrtexperten und Redakteuren, die mit der fachlichen Materie überfordert sind und trotzdem Texte zum Thema veröffentlichen müssen auch weiterhin die FlugundZeit-Beiträge nach dem Lion Air Absturz:

