Sind wir alleine in den großen Weiten des Weltalls? Auch wenn jeder üblicherweise mehr mit den täglichen Problemen des eigenen Alltags beschäftigt ist – diese Frage scheint die Menschheit zu faszinieren. Sie ist eine immer wiederkehrende etwa in der BBC-Dokumentationsserie The Sky at Night.
Astronomin Lisa Kaltenegger hat genau dieses Thema aufgegriffen: ob es irgendwo im Universum Planeten gibt, die der Erde ähnlich sind und auf denen Leben existieren könnte. Sie nimmt in Alien Earths die Leser mit auf eine Reise durch die moderne Astronomie und erklärt, wie Wissenschaftler Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – entdecken und untersuchen.

Lisa Kaltenegger. Mit Charme und einem Lächeln auf den Lippen für die Wissenschaft.
Keine Sorge.
Formeln kommen in ihrem Buch nicht vor.
Was sind Alien Earths Planeten?
Zentrales Konzept in Kalteneggers Buch ist der Begriff der „Alien Earths“. Das sind Planeten, die ähnliche Bedingungen wie die Erde aufweisen, wie zum Beispiel eine stabile Atmosphäre, flüssiges Wasser und eine habitable Zone, in der Leben möglich wäre.
Kaltenegger beschreibt, wie Astronomen durch verschiedene Methoden nach solchen Planeten suchen. Das wäre etwa die Radialgeschwindigkeitsmessung, bei der die Bewegung eines Sterns durch die Schwerkraft eines Planeten messbar wird. Oder die Transitmethode, bei der der Planet vor seinem Stern vorbeizieht und dabei das Licht des Sterns dimmt, was als Hinweis auf die Existenz eines Planeten gilt. Kennen wir alle von einer Sonnenfinsternis, bei der der Mond teilweise oder ganz die Sicht auf die Sonne bedeckt.
Gibt es Leben anderswo im All?
Ein weiteres wichtiges Thema des Buches ist die Frage, wie wir herausfinden können, ob auf diesen Exoplaneten tatsächlich Leben existiert. Kaltenegger erklärt, dass dies vor allem durch die Analyse von Atmosphären und chemischen Signaturen wie Sauerstoff oder Methan möglich sein könnte – Gase, die auf biologische Aktivitäten hindeuten. Mit fortschrittlicher Technologie wie dem James-Webb-Weltraumteleskop wird es in Zukunft möglich sein, noch mehr über diese Planeten und ihre potenziellen Lebensbedingungen zu erfahren.
Was Alien Earths auszeichnet, ist die Art, wie Lisa Kaltenegger ihre persönliche Entwicklung mit der Wissenschaft verbindet. Immer wieder flicht sie lockere Passagen ein, wie sie sich (als Frau) in der wissenschaftlichen Welt behauptet hat.
Das erste von insgesamt sieben Kapiteln zeigt, dass wir wahrscheinlich an der Schwelle zur Entdeckung neuen Lebens stehen. Dies leitet über zu den Fragen der folgenden Kapitel:
Dies führt zu den Fragen der folgenden Kapitel:
K2: Rezept für eine lebensfreundliche Welt?
K3: Was ist Leben
K4: Wie sucht man Leben im Kosmos?
Die Kapitel 5 und 6 erzählen von bereits entdeckten (möglichen) Exoplaneten
Eine exakte Kopie unserer Erde ist zwar noch nicht gefunden. Aber mit immer besseren Instrumenten scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Gesteinsplanet in der bewohnbaren Zone seines Sterns entdeckt wird, der zudem in seinem Licht die Anzeichen von Wasser und Sauerstoff trägt.
Kapitel sieben geht der Frage nach, ob wir unsere Erde von weit weg betrachtet, als bewohnbaren Planeten erkannt hätten. Denn sie sah keineswegs immer so aus, wie wir sie heute kennen.
Über die Autorin
Lisa Kaltenegger ist Professorin für Astrophysik an der renommierten Cornell University im US-Bundesstaat New York. Als Gründungsdirektorin des Carl-Sagan-Instituts der Cornell University baute die Astrophysikerin und Astronomin Lisa Kaltenegger ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern auf für die Suche nach Leben in fernen Welten. Sie wurde ausgezeichnet mit der Lise-Meitner-Lecture 2024 und dem Polarsternpreis 2024 des Österreichischen Weltraum Forums.
Wo geht die Reise hin?
„Alien Earths“ ist eine faszinierende Reise durch die aktuellen wissenschaftlichen Bestrebungen, Exoplaneten zu entdecken und zu verstehen.
Kaltenegger wirft auch einen Blick auf die Herausforderungen der modernen Astronomie. Die Entfernungen zu den Exoplaneten sind riesig, und es ist oft schwierig, genaue Daten zu erhalten. Dennoch gibt es große Hoffnungen, dass die fortschreitende Technik uns vielleicht sogar Anzeichen von Leben auf einem fernen Planeten bringen wird.
Für wen ist das Buch geeignet
Es ist ein spannendes und aufschlussreiches Werk, das sowohl für Laien als auch für Wissenschaftsinteressierte geeignet ist. Die Autorin vermittelt verständlich, wie die Suche nach erdähnlichen Planeten und extraterrestrischem Leben nicht nur ein faszinierendes Abenteuer in der Astronomie ist, sondern auch ein grundlegendes Verständnis darüber bietet, wie das Leben auf der Erde entstanden ist und welche Bedingungen notwendig sind, um Leben anderswo zu finden.
©Buchcover: Droemer Verlag
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