Erfolgreich Verhandeln

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Mieses Gefühl. Da hat einen einer über den Tisch gezogen. Das hätte besser laufen sollen. Für alle, die in Verhandlungen öfter das Nachsehen haben, oder einfach ihre Gesprächsführung verbessern wollen, gibt es: Die Rizzo-Methode.

Das Buch von Sabrina Rizzo ist kein trockener Ratgeber über Verhandlungstaktiken – die Autorin hat hier einen frischen, praktischen Ansatz entwickelt, der vor allem für junge Erwachsene im Job, im Studium oder auch im Alltag hilfreich ist. In diesem Buch geht es nicht nur darum, wie man einen Deal abschließt, sondern auch darum, wie man in Gesprächen, sei es mit Kollegen, Freunden oder Vorgesetzten, souverän und überzeugend bleibt. Und das Ganze auf eine entspannte, verständliche Weise.

Sabrina Rizzo ist Profi. Als Beraterin der Polizei ist sie nicht nur Expertin für Körpersprache und Facereading – regelmäßig führt sie Verhandlungen, bei denen es auch hart zur Sache gehen kann. Dabei hat sie eines gelernt: Männer sprechen und verhandeln anders als Frauen. Und zwar komplett zum Nachteil der „typischen“ Frau.

Sie hat dieses Buch geschrieben, damit Frauen sich bewusst machen können, wo in einem Gespräch sie durch welche Art zu kommunizieren auf die Verliererstraße geraten, wie sie solche Situationen und solche Kommunikationsmuster erkennen und vor allem: wie sie ihre eigene Kommunikation anpassen und das Gespräch, die Verhandlung oder auch den Streit erfolgreich beenden.

Verhandeln ist mehr als nur „Ja“ oder „Nein“

Was Rizzo von Anfang an klarstellt, ist, dass Verhandlungen nicht nur in großen Geschäftsgesprächen stattfinden – sie sind überall! Ob es darum geht, mit einem Mitbewohner über die Mietkosten zu reden, sich im Job eine Gehaltserhöhung zu holen oder einfach bei der Arbeit ein Projekt zu präsentieren, in jeder dieser Situationen geht es um Verhandlung. Und wer weiß, wie man geschickt kommuniziert und sich selbst positioniert, hat einfach einen riesigen Vorteil.

Die Rizzo-Methode bietet hier eine Mischung aus psychologischen Insights und praktischen Tools, um besser zu verhandeln. Ein Schlüsselpunkt: Verhandeln ist nicht nur ein Tauschgeschäft. Es geht vielmehr darum, zu verstehen, was beide Seiten wirklich wollen und wie man auf diese Bedürfnisse eingehen kann, ohne dabei seine eigenen Interessen aus den Augen zu verlieren.

Der Schlüssel: Vorbereitung und Empathie

Ein großer Teil des Buches dreht sich darum, wie wichtig es ist, sich gut auf jede Verhandlung vorzubereiten. Rizzo betont, dass Vorbereitung der halbe Sieg ist. Aber das bedeutet nicht, dass man stundenlang Skripte auswendig lernen muss. Es geht vielmehr darum, die richtige Einstellung zu entwickeln. Wer weiß, was der andere von der Verhandlung erwartet, kann die richtigen Fragen stellen und bekommt so viel mehr raus.

Dazu gehört auch, wirklich zuzuhören – nicht nur auf das, was gesagt wird, sondern vor allem auf das, was nicht gesagt wird.

Rizzo beschreibt, wie man Körpersprache und subtile Hinweise nutzen kann, um die Perspektive der anderen Person besser zu verstehen. Wer diese Empathie entwickelt, kann auch leichter eine Beziehung zum Gesprächspartner aufbauen und ihn für die eigenen Ideen gewinnen.

Taktiken und Tricks für den Erfolg

Natürlich gibt es auch jede Menge praktischer Taktiken in der Rizzo-Methode, die man sofort anwenden kann.

Ein Klassiker ist die sogenannte Anker-Technik: Hierbei setzt man zu Beginn einer Verhandlung einen höheren (oder niedrigeren) Punkt als Ausgangsbasis. Zum Beispiel, in der Verhandlung und ein angemessenes Gehalt, beginnt man mit einer Zahl, die etwas höher ist als das, was man tatsächlich haben möchte.

Der Grund?

Der Gesprächspartner wird die Zahl als Referenzpunkt nehmen und sich dann wahrscheinlicher auf ein Angebot einlassen, das im „Zielbereich“ des Verhandlers liegt.

Ein weiteres praktisches Konzept ist das Prinzip der Gegenseitigkeit: Macht man jemandem einen Gefallen, oder bietet etwas an, wird die andere Person sich wahrscheinlich eher zu einem späteren Zugeständnis bereit erklären.

Zum Beispiel kann man in einer Verhandlung ein kleines Entgegenkommen anbieten (etwa einen kleineren Preis oder einen Bonus), um eine kooperative Atmosphäre zu schaffen. So wird der andere das Gefühl haben, etwas zurückzugeben. Das hilft, Kompromisse zu finden.

Umgang mit schwierigen Verhandlungspartnern

Ein weiteres Highlight der Rizzo-Methode ist der Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern. Man kennt das: Manche Menschen kommen mit starren Positionen oder sind einfach schwer zu lesen. Rizzo gibt hier konkrete Tipps, wie man auch solche harte Nüsse knacken kann.

Dabei ist das Ziel nicht, sie zu überreden, sondern gemeinsam eine Lösung zu finden, die für beide Seiten funktioniert.

Rizzos Tipp

Sei flexibel und immer bereit, die Perspektive zu wechseln, um den anderen besser zu verstehen.

Außerdem geht Rizzo auf Konfliktbewältigung ein – das ist besonders wichtig, wenn die Gespräche hitzig werden oder emotionale Themen aufkommen. Sie zeigt Methoden auf um Gespräche zu deeskalieren und auf einer konstruktiven Ebene zu bleiben.

Egal, ob es um ein hitziges Teammeeting geht oder eine persönliche Auseinandersetzung – die richtige Kommunikation kann den Unterschied machen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Verhandlungen sind allgegenwärtig und jeder kann sie meistern.
  • Gute Vorbereitung und empathisches Zuhören sind der Schlüssel.
  • Taktiken wie das Setzen von Ankern und das Prinzip der Gegenseitigkeit können die Dynamik von Gesprächen erheblich beeinflussen.
  • Flexibilität und die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung sind unverzichtbar.

Fazit: Ein praktischer Guide für den Alltag

Die Rizzo-Methode ist ein praktisches und verständliches Büchlein, das hilft, bei Verhandlungen jeder Art sicherer und erfolgreicher zu werden. Sabrina Rizzo schafft es, auch komplizierte psychologische Konzepte in einfache, leicht anwendbare Taktiken zu übersetzen, die dem Leser sofort einen Vorteil verschaffen.

Für wen ist das Buch geeignet

Die Methode ist nicht nur für Berufspendler oder Manager interessant, sondern auch für alle, die in ihrem Alltag besser kommunizieren und ihre Ziele effektiver durchsetzen wollen – sei es in der Uni, im Job oder bei persönlichen Gesprächen.



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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Einsatzorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.